Werde Fach­informatiker / Fach­informatikerin für System­integration oder Anwendungs­entwicklung
  1. Was macht ein Fachinformatiker für Systemintegration?
  2. Was macht ein Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung?
  3. Wie läuft die Ausbildung ab?

Was macht ein Fachinformatiker für Systemintegration?

Fachinfor­matiker bzw. Fachinfor­matikerinnen (Fach­richtung System­integration) reali­sieren und entwickeln spezielle Infor­mations- und Kommunikations­lösungen für ihre Kunden. Das heißt, sie vernetzen Hard- und Software­komponenten zu ganzheit­lichen IT-Systemen. Außerdem arbeiten sie als Bera­ter und schulen ihre Kunden und Kundinnen (die User). Eine häufige Bezeich­nung für diesen Beruf ist auch der sogenannte IT-Support, oder System­administrator. Im Gegen­satz dazu gibt es auch die Fach­richtung Fach­informatiker / Fach­informatikerin für Anwendungs­entwicklung.

Kurz und knapp:

  • Fach­informatiker bzw. Fach­informatikerinnen planen und instal­lieren tech­nische Systeme
  • Sie arbeiten als Service und Support
  • Sie verwalten IT-Systeme (im eigenen Unter­nehmen oder bei den Kunden)
  • Fach­informatiker / Fach­informatikerinnen sind immer up-to-date was den Markt für IT-Systeme, Hard- und Software­produkte angeht
  • Sie planen Schu­lungen und führen diese für ihre Kunden durch

Während der Ausbildung erlernst du unter anderem

  • Wie du Betriebs­systeme unter­scheidest und was beim Anpassen und Konfigu­rieren zu beachten ist
  • Wie du Programmier­methoden anwendest
  • Was beim Einrichten von Bedien­oberflächen beachtet werden muss
  • Wie du deine Kunden infor­mierst und Anwendungs­lösungen dokumen­tierst
  • Was du beim Entwerfen von Daten­modellen beachten musst
  • Wie du Netzwerk­architekturen vonei­nander unter­schieden kannst
  • Wie du Hard- und Software­komponenten in bestehende Systeme einpasst und in Betrieb nimmst

Was macht ein Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung?

Fach­informatiker und Fach­informatikerinnen (Fach­richtung Anwendungs­entwicklung) entwickeln, program­mieren, reali­sieren und verbessern Software nach den indivi­duellen Anfor­derungen des Kunden. Sie werden daher auch häufig als Program­mierer oder Software­entwickler bezeichnet.

Bei ihrer Arbeit achten sie auf Punkte wie Kosten, Bedien­barkeit, Funk­tionalität und Nutzer­freundlichkeit der zu entwickelnden Programme (z.B. Daten­banken, Apps, Online­spiele oder soziale Netz­werke).

Dafür müssen sie natür­lich fit sein in den gängigen Programmier­sprachen (z.B. C und C#), den Entwickler­werkzeugen und natür­lich auch in der Webent­wicklung (z.B PHP, CSS und Java­script). Es gehören auch Aufgaben wie Schulung der Anwender sowie Fehler­suche mithilfe von Diagnose­systemen zu der Arbeit eines Fachinfor­matikers / einer Fach­informatikerin der Fach­richtung Anwendungs­entwicklung. Was genau ist der Unter­schied beider Fach­richtungen?

Während der Ausbildung lernst du zum Bei­spiel

  • Wie du Betriebs­systeme unter­scheidest und was du beim Anpassen und Konfi­gurieren beachten musst
  • Worauf man beim Testen von Systemen achten sollte
  • Wie Netzwerk­architekturen unter­schieden werden
  • Wie du Programmier­logiken und -methoden anwendest
  • Was du beim Ent­werfen von Daten­modellen beachten musst
  • Welche Programmier­sprache für was geeignet ist und wie du sie richtig anwendest

Was ist der Unterschied der beiden Fachrichtungen?

Der Unterschied zwischen der Fachrichtung Anwendungs­entwicklung und der Fach­richtung System­integration liegt in der Speziali­sierung.

Die Haupt­aufgabe eines Fachinfor­matikers bzw. einer Fachinfor­matikerin für System­integration ist die Server­verwaltung. So werden je nach Betrieb Kunden oder Mitar­beiter in verschiedene Nutzer­profile unter­teilt. Diese müssen von einem System­integrator verwaltet werden. Unter anderem Pass­wörter, Benutzer­rechte und die Daten, die in den Profilen gespeichert werde. Unter anderem kümmern sie sich auch um Kleinig­keiten wie: "Mein Computer geht nicht an", "Mein Rechner hat kein Internet", oder "Mein Drucker ist leer". Diese Sachen zu repa­rieren, nennt sich dann First-Level-Support und das ist im Groß­betrieb die haupt­sächliche Aufgabe eines Systeminte­grators.

Wie die Berufsbe­schreibung schon sagt, geht es im Beruf Fachinformatiker für Anwendungs­entwicklung vor allem um Anwendungs­entwicklung. Sowohl Desktop­anwendungen als auch Webanwendungen und Anwen­dungen für mobile Geräte. Es kann sein, dass man eine Anwendung, also eine Soft­ware komplett neu schreibt, es kann aber auch sein, dass man bestehende Soft­ware anpassen oder verän­dern muss. Man muss Projekte planen, sie dem Kunden präsen­tieren und Kunden­treffen durchführen.

Gemeinsam­keiten und Kernkompe­tenzen: Datenbank­theorie, -entwurf und -abfrage, moderne Analyse-, objektorientierte Software­entwicklung, betriebswirt­schaftliche Kennt­nisse wie Steuerung und Kontrolle, Projekt­planung und Kommunikations­techniken.

Aller­dings ist noch hinzu­zufügen, dass Unter­nehmen oftmals generell den Beruf des Fachinfo­rmatikers ausschreiben und die Fach­richtung dann nur noch eine geringe Rolle spielt.

Da die Unter­nehmen immer mehr Fachinfor­matiker und Fachinfor­matikerinnen suchen und es viele offene Stellen in der Branche gibt hat diese Ausbildung auf jeden Fall Zukunft, beispiels­weise auch in der Games-Branche.

Wie läuft die Ausbildung ab?

Die Ausbildung als Fachinfor­matiker bzw. Fachinfor­matikerin dauert in der Regel 3 Jahre, kann in Einzel­fällen aber auch verkürzt werden und endet mit dem aner­kannten IHK-Abschluss der Industrie- und Handels­kammer.

Die meisten jungen Leute, die eine Ausbildung in der Fach­informatik machen, haben eine Fach- oder Hochschul­reife (ca. 55 %). Ungefähr 40 % haben einen Mittleren Schul­abschluss oder Realschul­abschluss.

Wichtige Schul­fächer sind natür­lich Mathe­matik und Englisch: Ein Ver­ständnis für Logik und Zahlen wird voraus­gesetzt genauso wie solide Englisch­kenntnisse, um Bedien­anleitungen und branchen­spezifische Fach­begriffe verstehen zu können. Ebenso ist es natür­lich von Vorteil, wenn man das Fach EDV bzw. Infor­matik schon in der Schule hatte oder ein bisschen Vor­wissen hat. Ein Muss ist es aber nicht.

Als ausge­bildeter Fach­informatiker haben sie sehr gute Verdienst­möglichkeiten auch schon beim Einstiegs­gehalt. Dieses liegt in Berlin zwar unter dem Bundes­durchschnitt, ist aber mit 2500 EUR eher als hoch anzusehen. Je nach Branche gibt es hier erheb­liche Abweichungen und so kann das Gehalt auch weitaus höher sein. (Quelle: gehaltsvergleich.com).

Alter­native, themen­verwandte Ausbildungs­berufe sind zum Beispiel der Beruf des Informatik­kaufmannes oder der des Assis­tenten für Elektronik und Daten­technik.

Diese Ausbildungen kannst du in Berlin als duale Berufs­ausbildung oder als schulische Ausbildung mit IHK-Abschluss bei einem Bildungs­träger absol­vieren.